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Geschichte der Ölmalerei

Ölfarben bestehen aus Pigmenten (unlöslichen Farbsubstanzen), die in einem trocknenden oder halbtrocknenden Öl, wie Lein-, Nuss-, Mohn oder Saffloröl angerieben sind. Diese Öle verleihen der Ölfarbe ihre charakteristisches Aussehen und sorgen für eine leichte Vermalbarkeit. Kennzeichnend für diese Maltechnik ist die Möglichkeit, nach einer Trockenzeit (je nach Schichtdicke einige Tage bis Monate) neue Malschichten aufzutragen und besondere Lasureffekte zu erzielen. Im Unterschied zur Gouache- oder Acrylmalerei, sieht die nass auf die Leinwand aufgetragene Farbe trocken genauso aus, so dass der Künstler das Bild bereits im Werkprozess besser beurteilen kann. Wird das Bild für fertig befunden, wird im Allgemeinen ein Schutzüberzug (Firnis) aufgetragen.

Die Anfänge der Ölmalerei liegen im Dunkeln. Erste schriftliche Nachweise über den Zusatz von Öl zu den Pigmenten finden sich in byzantinischen Handbüchern, wie in dem berühmten Lehrbuch des Künstlermönchs Theophilus. Mit dem Aufkommen der Renaissancemalerei um 1420 in Florenz setzt sich die Ölmalerei als künstlerische Technik durch, da sie besonders geeignet ist, die geforderte Naturtreue malerisch abzubilden. Lange Zeit galt Jan van Eyck (um 1390-1441) als Erfinder der Ölmalerei, doch konnte heute nachgewiesen werden, dass er in einer Art Mischtechnik malte, d.h. eine abwechselnde Schichtmalerei in Eitempera und Zwischenfirnissen in Ölen und Harzen.

In der Ölmalerei drückt sich Fritz Griebel seit den 1920er Jahren aus. Zunächst waren seine Bilder noch dem Stil seiner Lehrer Rudolf Schiestl (1878-1931) und Hans Meid (1883-1957) teilweise verhaftet, indem er z. B. im Stil der Neuen Sachlichkeit Berliner Vorstadtviertel malte, doch entwickelte er für sich bald eine eigene Bildsprache, die Anklänge an die italienische Kunstrichtung der Metaphysischen Malerei sowie des Surrealismus offenbaren. Neben Still-Leben und Landschaften, setzte sich Fritz Griebel mit dem Motiv Der Badenden nach Paul Cézanne (1839-1906) seit 1926 künstlerisch auseinander.