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Landschaft

Was für eine virtuose Handschrift mit dem Aquarellpinsel. Von den Scherenschnitten kennt man die exakten Ecken und Spitzen. Der Pinsel ist keineswegs fein, No 1? Nein. Breitflächig sind die Töne aufs trockene Blatt gelegt, zügig ist die hochpräzise Form aufgesetzt, und noch in der Minute, wo sie naß ist, bekommt sie ihre Spitzen und „naß-in-naß“ ihre Abwandlung, die „Modulation“.

Das klassische Aquarell wird auf dem durchgefeuchteten Papier begonnen, und die Blaus im Himmel fließen weich, auch die Hecken zerstäuben duftig auf dem nassen Bogen, möglichst mit teurer Papierstruktur. Fritz Griebel malt auf das trockene Papier, die Töne fließen auch weich ineinander, aber auf Grund einer meisterhaften Strategie: womöglich mit zwei Pinseln werden die variierenden Töne rasch an- und ineinander gemalt.

Besonders geistvoll sind die Unterlassungen, die „Reduktion“. Ich meine die sparsamen Schatten-Marken, die einen ganzen Bergzug mit – man möchte fast sagen: unverschämt geizigen Schnitten umreißen.

Berthold von Crailsheim